Posts mit dem Label ratgeber werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ratgeber werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. Mai 2015

#4 Rotchäppli in Love - Franklin's Liste



Franklin’s Liste

Ja der Wink mit dem Zaunpfeil ist nicht willkürrlich, ich vergleiche es gerade ein bisschen mit Schindler’s Liste – nur dass seine Liste auf einem iPhone ist und sich dort zahlreiche Frauen untereinander als rote Nummern zieren.
.
Franklin ist ein Freund von mir und wir haben ziemlich rasch entdeckt, dass wir beide stundenlang über das Thema Mann/Frau & Dating debattieren können, weil wir beide mit dem gleichen Mass an Interesse dahinter gehen. Nur halt verschieden.
Er hat sich bereit erklärt mir Stoff für meinen Blog zu liefern, und ganz ehrlich, ich finds genial weil es so vieles belegt, was ich seit eh und jeh dachte. Ich als Frau kann vieles aus Erfahrung erzählen, aber was ist handgriffiger als der Einblick in das Datingleben eines Mannes, nachdem sich die meisten Frauen die Finger lecken? Eben.


Die Anzeigebilder Franklin‘s Whatsapp könnten verschiedener nicht sein, dennoch haben sie alle etwas gemeinsam. Alle teilen sie sich die Aufmerksamkeit eines Mannes, für den sie momentan nichts weiter als Plan Freitag, Plan Samstagnachmittag oder Plan gestern sind/waren. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich gerade fasziniert schmunzeln oder augenrollend seufzen soll. Immerhin war jede von uns mal eine rote Nummer oder der 4. Chat von oben – unwissend meistens, behaupte ich jetzt mal.
Weil ganz ehrlich, wir Frauen sind so voller Ego und Stolz, niemals im Traum würden wir davon ausgehen, dass wir während der Datingphase nur eine von 20 oder mehr weiblichen Handykontakten sind.

Es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit und das spiegelt wiederum auf sehr drastische und traurige Art und Weise unser weibliches Ego wieder. Whatsapp ist wie Battlefield – für Frauen. Da fliegen Granaten in einem Moment und im nächsten wird die weisse Fahne inkl. Lippenstiftabdruck geschwenkt. Und der liebe Franklin sitzt da ganz gemütlich mit Stil und denkt sich „whatever“ – es gibt ja immer noch Plan Donnerstag und Plan nächste Woche Montag, wobei keiner der Granaten werfenden Damen sich jetzt noch dazu zählen kann. Wie kann es ihm denn nur so egal sein?

Diese Frage zu beantworten ist garnicht so schwer – für ihn bedeutet das Handy nicht „sein oder nicht sein“ – er sieht Frauen nicht als Investition, sondern als bekömmliche Ablenkung. Warum sollte es ihn jucken, wenn ihm Plan Montag um die Ohren fliegt, wenn heute schon Dienstag ist?

Für uns Frauen ist die Kommunikation via Handy mittlerweile fast gleichgestellt mit echten Gesprächen, daher sehen wir auch nichts falsches darin ganze Romane rauszuhauen und unserer Paranoia Attacke freien Lauf zu lassen. Ist ja so gut wie das gleiche, oder? Und nein, wieder weit gefehlt liebe Damen. Und ja, ich weiss genau wie es ist, das Kribbeln in den Fingern – die Wut, die in einem aufbrodelt und das Verlangen den anderen Idioten wissen zu lassen, dass er einen mal kreuzweise kann. Am Ende juckt es ihn ziemlich wenig und euch umso mehr, weil ihr a.) nicht die entsprechende Antwort kriegt oder b.) „charmant“ ignoriert werdet. Wenn Pläne nicht aufgehen, dann werden neue gemacht, aber nicht mit euch.

Der liebe Franklin hat mich ein paar Chats lesen lassen und hat mir einen kleinen Gesamtüberblick von seinem Whatsapp gegeben. Was ich gesehen hab, war das gleiche Schema – das gleiche Schema in das auch ich gepasst hatte bei jemand anderem – Ping Pong vom Feinsten. Da wurde mir schlagartig bewusst, dass wir Frauen der Inbegriff von Inkonsequenz sind. Angestachelt vom egounterstreichenden Gefühl, dass wir ohne Konkurrenz bei einem Mann stehen. Würden wir sonst einen Mann zum Teufel jagen, nur damit wir nach zwei gequälten Tagen wieder angekrochen kommen und schreiben „ich vermisse dich“? Nein, würden wir nicht. Aber da wir davon ausgehen, dass wir eine privilegierte Position bei ihm geniessen, wollen wir dem armen Idioten noch eine Chance geben, weil wir ihn insgeheim doch schon sehr mögen und unser Ego ein „nein“ nicht akzeptiert. Für viele Frauen ist stagnierende Aufmerksamkeit ein Knacks im Krönchen – für Franklin ist es einfach ein logischer Ablauf von Gegebenheiten. Es wurde etwas Zeit in Plan Montag investiert, Plan Montag wurde umgesetzt und Plan Montag hat ihn einfach nicht vom Hocker gehauen. Wir reden heute nicht über die Ursachen, sondern um das Verhalten vor und nach der mehr oder weniger unausgesprochenen Abfuhr.

Ich war mal in einer sehr ähnlichen Situation und Gott bewahre ich will keine Lügen erzählen, aber ich wette auf meine geliebten Converse, dass auch ich nichts weiter als eine rote Nummer in der ellenlangen Anrufliste war. Jetzt wo mir bewusst geworden ist, dass sich die Zeiten dank Whatsapp und Co. geändert haben und dass sich manche Whatsapp Chats wie Menükarten lesen lassen, weiss ich, dass die Kommunikation für mich persönlich wieder ganz andere Wege einschlagen muss. Ich will keine red lady sein, ich will keine Weltmeisterin im Ping Pong spielen sein – ich will wieder echte, lebendige Kommunikation.

Stellt euch vor: euer Gegenüber sagt euch Angesicht zu Angesicht weder guten Morgen oder gute Nacht, schaut euch in die Augen und ignoriert stumm eure Fragen, während er sich zur Person links von ihm dreht und munter weiter plappert. Würdet ihr euch das gefallen lassen? Höchstwahrscheinlich nicht. Warum passiert es dann via Whatsapp? Warum schreiben wir einem Kerl hinterher, der sich nicht mal die Finger krumm macht um ein einfaches ja oder nein zu schreiben? Warum investieren wir so viel von uns in einen Kerl, der offenbar kein Interesse mehr hat? Für Männer ist die Kommunikation via Handy wie ein Hintertürchen aus der sie jederzeit verschwinden können, sie wird nicht so ernst genommen wie von uns Frauen. Für uns Frauen ist Handy Kommunikation = echte Kommunikation. Und ich denke da liegt schon der Fehler, die Grundlagen sind völlig verschieden und die Erwartungen entsprechend fehl am Platz.

Vielleicht sind unsere Egos einfach zu gross manchmal

Freitag, 8. Mai 2015

#3 Rotchäppli in Love - Klingelmännchen



Und schwupps… da wars draussen

Nein, ich rede nicht von einem Baby, obwohl mir das grad lieber wäre. Ganz ehrlich, wie oft hab ich mich bereits gefragt, warum ich meine Lippen nicht bändigen kann. Das kann doch nicht so schwer sein. Oder etwa doch? In meinem Fall ist es so schwer, wie einem Kleinkind Physik beizubringen – und ja, ich hab Physik zu Schulzeiten immer gehasst – also wirklich sehr schwer. Langsam kommt es mir so vor, als wäre das L-Wort & ja dazu zählt anscheinend auch ein unschuldiges „ich glaube ich verliebe mich langsam in dich“ – das Schlüsselwort um die männliche Box der Pandora zu öffnen. Die Box mag zwar männlich sein, aber schlussendlich ist es eine Frau die sie öffnet und somit den Schrecken befreit. 

Gibt es vielleicht einen Grund, wieso unsere Herzen hinter einem Käfig aus Rippen verborgen schlagen? Was erwartet einen, wenn man zaghaft anklopft? Wird man mit Haut und Haaren gefressen oder schallt ein dumpfes Echo entgegen? Nunja, die Sache ist die – einmal angeklopft hat man die Wahl wegzulaufen, wie damals beim Klingelmännchen oder man wartet vorn dran und schaut neugierig durch das Schlüsselloch resp. die Gitterstäbe. Es wird Menschen geben, die ihre eigenen Käfige niemals öffnen werden, es gibt Menschen die dich nicht mal einen Meter ran lassen, aber es wird Menschen geben die mutig genug sind ihr Herz mit deinem auf freien Fuss zu lassen. Weil sie genau an das gleiche glauben wie du – born to be wild and free.. but never lonely.

Nur die nächste Frage die sich stellt ist folgende – wie lange soll man denn nun warten?

Vielleicht sollte man eine Notiz hinterlassen und mit dem letzten Stückchen Ehre verschwinden? Aber sind wir heutzutage schon so weit, dass wir ein Klopfen einfach ignorieren  wie lästige Türverkäufer? Daran lässt sich wahrscheinlich nicht mehr viel ändern. Sollen wir als Frau also in Zukunft nicht mehr anklopfen, sondern darauf warten, dass unser Mr T&T bei uns anklopft? Beweist es Vertrauen, wenn wir warten? Vielleicht – aber was ist, wenn das ganze Leben mehr oder weniger aus „Vielleichts“ besteht? Wollen wir echt ein „Vielleicht“ sein? Da kommen mir Erinnerungen aus der 4. Klasse hoch, als ich noch auf die Hanftalschule in Hennef ging.

Willst du mit mir gehen? Kreuze an

Ja
Nein
Vielleicht

Da ich davon ausgehe, dass alle meine Blogleser die 4. Klasse schon meilenweit hinter sich gelassen haben, spreche ich mal für uns alle: wir sind entschieden zu alt für ein „Vielleicht“! Krieg ich darauf ein Amen? Amen.

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass Worte manchmal besser gut verpackt und schön drapiert dort bleiben, wo sie am besten aufgehoben sind für den Moment – in unserem Kopf. Es gibt für alles den passenden Zeitpunkt, diesen zu finden ist die eigentliche Herausforderung. Vielleicht läuft es wie bei Ebay und derjenige der geduldig wartet, die Gebote beobachtet und schlussendlich seine Investition genau abschätzt und zuschlägt, kriegt auch den Zuschlag für die Auktion. Nunja, wir werden schlussendlich nicht alle als geborene Auktioniere in die Welt gesetzt und da reut es einen doch schon, wenn man ein tolles Angebot in den Sand setzt, weil man ungeduldig geboten hat – natürlich nur mit den besten Absichten. Herzensangelegenheiten mit Ebay Auktionen zu vergleichen wirkt etwas abgedroschen – aber so ist das Leben nun mal.


Wer weiss, manchmal werden Auktionen überraschend verlängert in der letzten Sekunde – lassen wir uns doch überraschen.