Dienstag, 7. Juni 2016

Der Mann vom Mond

Der Mann vom Mond

Nacht für Nacht wandert er über die geschwungenen Hügellandschaften des Mondes, ungewiss wann er an sein Ziel kommen wird. Seine Füsse tragen ihn ohne zu fragen, sein Herz hält er fest umklammert, viel zu wertvoll um es fallen zu lassen. Ach, wie gerne würde er es verschenken. Wenn er nur an das Ende vom Mond gelangen würde, so ist er überzeugt, wird er den richtigen Platz für sein Herz finden. Er schaut weder links noch rechts, immer einen Schritt nach dem anderen auf dem Weg zum erhofften Ziel. Hell schimmert der Boden auf dem er läuft, funkelnde Sterne über ihm belächeln ihn von oben herab. Ach wie mutig, ach wie töricht ist er, der Mann vom Mond. „Lauf grosser Mann, so lauf. Auf deiner ewig währenden Reise zum Ende vom Mond. Doch verlaufe dich nicht“ Wenn er nur wüsste, dass der Mond weder Anfang noch Ende hat. Wenn er nur wüsste, dass überall auf dem Mond der richtige Platz für sein Herz ist. Wenn er doch nur wüsste, dass der Mond so einsam ist wie er selbst.

Nacht für Nacht wandert er über die geschwungenen Hügellandschaften des Mondes, zielstrebig aber müde. Seine Füsse stellen Frage um Frage, sein Herz immer noch fest umklammert in seinen Armen.
Er ist so müde geworden, dass er das wunderschöne Licht der Sterne gar nicht mehr wahrnimmt. „Grosser Mann, ruh dich aus. Leg dich zu uns nieder und lass deine Seele baumeln“ zirpen ihm die Sterne zu. So legt er sich hin und blickt nach langer Zeit wieder auf in den Himmel und plötzlich weiss er die Antwort, nach der er so lange gesucht hat – hier ist er zuhause. Wo denn sonst? Meter um Meter haben ihn seine Füsse getragen und nie ist ihm in den Sinn gekommen zu rasten.. dabei war das alles was nötig war, um die wahre Schönheit des Mondes zu spüren.

Und so verweilt er Nacht für Nacht auf dem Mond, mit dem Herzen tief eingebuddelt in der Erde.
Nur wer Liebe sät, wird Liebe ernten.


Der Mann vom Mond ganz gewiss.

Freitag, 29. April 2016

#18 Rotchäppli in Love: Schwarzmalen für Fortgeschrittene


Die Demotivation ist eng verwandt mit dem Montag – keiner hat sie gerne, aber dennoch kommen sie uneingeladen vorbei und bleiben zum 4i Tee. Eigentlich hast du null Bock, mit den beiden Zeit zu verbringen und dennoch hältst du die Tür offen und bevor du es dir anders überlegen kannst, sind die beiden schon drin und nehmen mit ihren überdimensionalen Gesässen auf deinem Sofa Platz. Schöne Scheisse.

Kann man für die eigene Demotivation Demotivation empfinden?

Den Zeugen Jehovas knallen wir doch auch im null Komma Nichts die Tür vor der Nase zu, respektive öffnen diese erst gar nicht – wieso klappt das nicht bei unseren eigenen schlechten Gedanken und unserer Hoffnungslosigkeit?

Wir Menschen sind dazu gemacht uns unsere überfüllten Köpfe zu zerbrechen, uns wochenlang über Dinge aufzuregen die Tag täglich durch unser Leben surren, wie eine lästige Mücke in einer Sommernacht. Du hast Mühe einzuschlafen, weil du dich auf das Surren der Mücke konzentrierst und auch wenn mal 2 Minuten Ruhe ist, horchst du immer noch konzentriert in die Nacht, weil du weisst, dass das Drecksvieh gleich wieder um deinen Kopf rumschwirrt. Das Rezept für selbstgemachte Probleme.

Dieses Phänomen trifft man in fast allen Lebenslagen an.

Leute die einem auf der Arbeit auf die Nerven gehen, die ständig meckern und ihre Zeit lieber nutzen sollten produktiver zu arbeiten. Leute die über andere lästern und somit das ganze Betriebsklima vergiften und so weiter.
Schwarzmalerei findet oft auch im eigenen Herzen statt, Wunden von vergangenen Enttäuschungen werden wieder aufgerieben, man klebt immer wieder Pflaster drüber und erwartet, dass sich die Wunde von alleine heilt.

Anstatt Probleme an die freie Luft zu setzen, bedecken wir sie lieber mit Missmut, Nörgeleien oder stiller Resignation, die früher oder später überläuft in Wut und Verzweiflung.

Wir wissen alle, dass sich Probleme meistens nicht von alleine lösen und dass Veränderung manchmal einiges an Mut, Courage und Hoffnung braucht. Probleme zu lösen macht einen selbst verletzlich, weil man nach aussen preisgibt, dass man innerlich im Ungleichgewicht ist und dass einen das Problem belastet. Die Unsicherheit über das weitere Vorgehen und die möglichen Konsequenzen bremsen einen aus, daher fällt es einem viel einfacher, sich über Wochen über etwas aufzuregen, anstatt proaktiv etwas zu ändern.

Es sind nicht immer die anderen die man ändern muss, oftmals muss man einfach seine eigene Einstellung ändern und sich von gewissen Dingen distanzieren. Auf diese Art und Weise ist der erste Schritt Richtung Veränderung schon getan – man kann nichts negatives in etwas positives umwandeln, wenn man selber negativ ran geht.

Demotivation ist wirklich etwas sehr leidiges und betrifft uns alle von Zeit zu Zeit. Manchmal ist es nicht schlecht, sich einzugestehen, dass man das Recht darauf hat, sich fürchterlich über etwas aufzuregen – so lange man nicht vergisst, positiv an die Veränderung ran zu gehen.


Jeder Mensch braucht einen Lichtpunkt in seinem Leben – für mich ist es mein zukünftiger Mann, den ich in genau zwei Wochen heiraten werde. Dieser Lichtpunkt wird einen selbst immer wieder auf den richtigen Weg zurückführen – und unterwegs kann man sich gern emotional auskotzen – denn so gross die Demotivation auch sein mag, dein Lichtpunkt gibt dir viele Gründe um die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben zu schätzen. 

Mittwoch, 7. Oktober 2015

#17 Rotchäppli in Love - Der Wassermann





Wir tragen den Ruf des humanitären Menschenliebhabers, die kleine Mutter Teresa im Sternzeichenkreis. Wir sind ein wandelndes Paradoxon auf zwei Beinen. Der Wassermann glaubt mit all seiner bunten und willensstarken Fantasie an all die Menschen und Dinge, an die sonst niemand glaubt – weil er es möchte. Egal wie unlogisch oder wirr es scheinen mag, der Wassermann findet den schmalen Strohhalm um sich daran festzuhalten und glaubt mit aller Überzeugung, dass dieser halten wird. Der Wassermann sieht Dinge aus einer anderen Perspektive, denn ein Wassermann ohne festen Glauben an den Sinn und Zweck einer Sache ist ein absaufender Wassermann.
Wir sind diejenigen die zur eigenen Musik marschieren und Not gedrungen auch einfach mal aus der Reihe tanzen, weil es uns zu eng im Strom wird. Ein Wassermann braucht keine jahrelange Analyse oder gesellschaftliche Billigung um all seine Überzeugung in eine Sache zu investieren. Ihm ist es egal ob alle anderen Schafe sagen, dass das Wasser voller Haie ist – der Wassermann wird trotzdem reinspringen, weil er weiss, dass sich die Haie lieber vor ihm und seinem Dreizack fürchten sollten.

Der Wassermann sieht das Licht am Ende des Tunnels und das ist ihm genug um sich voll und ganz einer Sache zu verschreiben. Wir Wassermänner sollten es besser wissen, so oft haben wir geglaubt und Chancen verschenkt nur um am Ende eines besseren belehrt zu werden. Und das ist unser Paradoxon – wir hören nie auf alles immer wieder auf eine Karte zu setzen und mit vollem Herzen zu glauben, dass die andere Person das gleiche Licht in sich selber sehen wird, wie wir es gesehen haben, anfängt auch an sich selber zu glauben.

Der Wassermann glaubt an die Menschheit, nur glaubt diese oftmals nicht an sich selber. Der Wassermann glaubt an die Stärke der Willenskraft und des Glaubens, denn ohne das ist er verloren. Der Wassermann sieht das Besondere in anderen, auch wenn sie es selber nicht sehen. Sind wir einmal überzeugt worden, glauben wir felsenfest an etwas und hören erst auf zu glauben, wenn der andere das Licht für sich selber gedimmt hat und das ist für uns die grösste Enttäuschung – so töricht und doch so mutig, andere in einem helleren Licht zu sehen. Wir schaffen uns durch unseren Glauben ein Idealbild und daran würden wir niemals wackeln, das machen die anderen leider selber. Für einen Wassermann ist es schwer seinen Glauben aufrechtzuerhalten, sobald er sieht, dass er zu viel Glauben verschenkt hat. Wir sind die ersten die sich voller Ekel vor Schnulz und Geschmiere verstecken, aber tief im Herzen sind wir diejenigen die am meisten an die Liebe glauben, weil sie ein irrationales Mysterium ist. 

Wahre Liebe, unbegreifliche Liebe, konsumierende Liebe, brennende Liebe, Liebe die alle Normen in Frage stellt und ihren eigenen Weg geht.

 Der Wassermann lebt für den Glauben an das grosse Ganze, für den Sinn und Zweck hinter den sinnlosesten und irrationalsten Dingen und vorallem für eins: die Schönheit der Irrationalität. 

Freitag, 11. September 2015

#16 Rotchäppli in Love - Apfelstrudel



Früchte sind am süssesten kurz bevor sie verderben – Affären genauso.

Gerade war ich wieder in meinem Astrologieforum am Lesen und habe einen interessanten Post gesehen. In dem Post ging es um eine jüngere Frau die ein Verhältnis mit einem Kerl hat und mittlerweile vorne und hinten nicht mehr weiss wo sie steht. Es war das übliche Prozedere: sie haben sich kennengelernt, haben Zeit zusammen verbracht, er hat ihr das richtige Mass an Aufmerksamkeit geschenkt und ihr seine halbe Lebensgeschichte erzählt. Das sie zusammen im Bett gelandet sind muss ich wahrscheinlich nicht extra betonen, das ist klar. Männer haben wohl irgendwo eine unsichtbare Gefühlsantenne, die Alarm schlägt, wenn eine Frau kurz davor ist die Beziehungsthematik anzusprechendiese Antenne wird allerdings so wenig benutzt wie die Klobürsten auf öffentlichen WCs. However, als er sie fest genug um seine Türklingel gewickelt hat, lässt er die Bombe platzen: wir sind Freunde und ich will dich nicht als Freundin verlieren.

Nägel auf der Schiefertafel sag ich nur

Aber nein, das weibliche Gehirn versucht die Situation emotional zu rationalisieren – was für ein Widerspruch in sich gell – in dem es alle „er hat es doch ernst gemeint“ Indizien aufzählt und zum Schluss kommt, dass er es nicht so meint, wie er gerade gesagt hat. Es ist lächerlich, aber nachvollziehbar zu gleich. Wenn Männer uns in ihre Lebensgeschichte einweihen, uns im Vertrauen Dinge erzählen, uns das Gefühl geben etwas Besonderes zu sein und ellenlange Gespräche über Gott und die Welt mit uns führen, dann ist das für unser Gehirn das „GO“ an der Ampel. Jaja, aber diese Investitionen sind Vorgehensweisen vom weiblichen Geschlecht, nicht aber vom männlichen.

Männern könnten ihr Leben wildfremden Leuten erzählen, es ist für sie keine grosse Sache – weil sie immerhin nicht ihre tiefsten Ängste und Gefühle preisgeben. Wir Frauen hingegen sehen es als grossen Vertrauensbeweis, wenn Mann uns wehleidig über seine verpatze Geburtstagsparty aus Kinderzeiten erzählt oder über seinen grossen Stress bei der Arbeit mault.  Männer schmeissen mit der Aufmerksamkeit auch rum als ob sie Brot wäre, alles was vielversprechend aussieht kriegt Aufmerksamkeit. Wir Frauen hingegen setzen unsere Aufmerksamkeit gezielter ein und tendieren eher dazu aufmerksamkeitsmonogam zu daten. Und fertig ist der Apfelstrudel.

Männer wissen, wie sie Frauen lange bei der Stange halten können – lang genug um dann gefahrenlos die „wir sind Freunde“ Bombe platzen zu lassen. Wieso? Weil die Frau zu der Zeit schon genug Hoffnungen und Gefühle aufgebaut hat und genug manipuliert worden ist um nicht mehr klar sehen zu können. Der verdorbene Apfel sollte auf dem Kompost landen, aber nein nein, nicht bei uns Frauen. Aus dem wird noch versucht ein Apfelkuchen zu zaubern – wir haben den Apfel immerhin lange genug bestaunt und begehrt, jetzt wollen wir unseren Kuchen. Aber schmeckt der Kuchen dann überhaupt noch? Soweit wird bei uns Frauen garnicht gedacht, Hauptsache wir kriegen das blöde Teil.

Männer haben auch ein Herz und sie wollen sich gebraucht und betüddelt fühlen. Ja das trifft auch zu wenn sie in einer Affäre sind – allerdings sitzen sie am Ende der Leitung und wollen nichts retour schicken. Was ist praktischer als eine liebe Frau die einem hinterherdackelt und abrufbereit ist, die ein bisschen(!) kuschelt oder einem voller Verständnis zuhört, wenn man wieder über den blöden Chef oder die vergeigte Autowäsche jammert und dann die Pforte zum Nirvana öffnet?

Jetzt ist der Moment indem viele sagen „aber Moment, er ist auch etwas eifersüchtig und hat mir gesagt, dass er mich nicht teilen will – er will mich“ – Schneewittchen hat auch nur einen roten Apfel gesehen und alle Vernunft über Bord geworfen, bravo, willkommen im Club! Kein Mann teilt wirklich gerne, auch wenn es sich nur um seinen Türabtreter mit zwei Brüsten handelt. Natürlich wird er sagen, dass es ihm nicht passt wenn jemand anderes an seinem Kuchen nascht – Männer sind Kinder im Herzen – aber kaufen würde er den Kuchen trotzdem nicht, der ist doch immerhin gratis und läuft übermorgen ab! Dabei geht es nur ums Ego, mehr nicht.

In jenem Moment wo es am süssesten ist, wird der Apfel schrumpelig und matschig. Irgendwie vor prädestiniert oder? Vielleicht sollten wir nicht nur dem Apfel hinterherjagen, sondern lieber einen eigenen Baum im Garten pflanzen.

Montag, 7. September 2015

#15 Rotchäppli in Love - Prestige ist das neue Pink



Prestigeobjekte werden immer wichtiger, ja schon fast essenziell – wer fährt den schnelleren Wagen, wer hat die grösste Michael Kors Sammlung zuhause (falls dieser Trend schon wieder passé ist, dann tuts mir ja leid) oder wer hat schlicht weg am meisten vorzuzeigen. Dabei habe ich mir letztens noch im Bett Gedanken darüber gemacht, dass mein damaliger Lebensstil mittlerweile garnicht mehr meinen jetzigen Bedürfnissen entspricht.

Ich habe mir wirklich Gedanken darüber gemacht, was ich im Leben brauche um glücklich zu sein – nicht nur was ich möchte. Wenn ich Dinge aufzählen kann, die ich möchte, habe ich bei weitem noch nicht all die Dinge die ich tatsächlich brauche. Hät ich gerne wieder einen Audi, na logo. Hät ich gern wieder eine teure Hütte für 2.5 k, na logo. Aber seitdem ich diesen ganz besonderen Mann kennen und lieben gelernt habe, der im Juno in mein Leben schritt, habe ich ganz andere Bedürfnisse in mir selber wahrgenommen oder gar wieder entdeckt. Er könnte mir Gänseblümchen vom Friedhof pflücken und ich würde ein riesen Bouquet sehen. Er könnte mit mir in einer kleinen Wohnung abseits leben und ich würde es mein liebevolles Zuhause nennen. Er könnte mich mit an den See oder die Aare nehmen und ich fühle mich wie im Urlaub. Er könnte mit mir Kebabessen gehen und ich geniesse es genauso wie im Gourmet Tempel.

Mein Partner ist für mich mein Zentrum, meine Familie, mein Halt und das Wesentliche im Leben – alles andere ist nur noch Beilage für mich.

Ich kann Männer verstehen die dem Thema Ehe mit einer gewissen Abneigung entgegentreten. Man sagt zwar, dass es der Tag der Braut ist, aber ich will und brauche kein Fest in dem ich im Mittelpunkt stehe und dafür mehrere tausend Franken verballer. Mich würde das Thema auch verschrecken, wenn Frau mit ihrer endlosen Liste von Sonderwünschen kommt. Jeder soll und darf zelebrieren wie er möchte, aber ich finde oftmals ist der Fokus zu sehr auf die Träume einer Frau ausgelegt, die sie damals als Kind hatte. Natürlich ist die Prinzessinen Hochzeit der Kindertraum schlechthin – aber es ist die Zelebrierung einer Bindung, nicht der eines längst vergangenen Kindertraums. Aber wo bleibt das Wesentliche? Wo bleibt die Intimität, die Art von Intimität die euch als Paar erst dort hingebracht hat? Ich bin mir sicher, dass jeder seinen Traditionen treu bleiben kann, wenn er nicht den Blick für das Wesentliche verliert. Wieso muss es ein Verlobungsring von Tiffany’s sein – weil es ein riesen Hype von damals ist und man wahrscheinlich neugierigen Nervensägen nicht sagen möchte, dass der Verlobungsring keiner aus dem Edelhause ist. Ich finde spätestens da sollte man sich fragen, wieso man sich verlobt.

Mit dem richtigen Mann an deiner Seite wird jeder Moment etwas Besonderes, jeder Fortschritt ist ein weiterer Stein auf dem Fundament, jede Aufmerksamkeit und Zuwendung ist ein besonderes Geschenk von Herzen. Wenn wir uns mehr darauf besinnen können, was wir brauchen – anstatt zu erfragen was wir wollen – dann bin ich mir sicher, dass wir alle viel glücklicher sind. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist die Mark nicht wert.
Wenn wir nach dem Prinzip gehen, wag ich sogar zu behaupten, dass einige Ehen garnicht erst entstehen würden. Wie vielen Frauen geht es heutzutage noch darum eine Familie zu sein resp eine Familie zu gründen, wie vielen Frauen geht es noch um das eigentliche Geben und Erhalten des Eheversprechens? Oder dass die Kinder den gemeinsamen Familiennamen tragen? Nennt mich altmodisch, aber früher wurde man eher schräg angeschaut, wenn man zusammenlebte und nicht verheiratet war oder gar bis 35 munter durch die Geschichte reiste und keine Kinder hatte. Ich persönlich finde es schade, dass ich heutzutage belächelt werde, weil ich 25 bin und mir solche familiären Werte am Herzen liegen und ich diese genauso gerne umsetzen möchte wie meine Eltern und deren Eltern zuvor. Anscheinend ist Prestige das neue Pink, für mich aber nicht.

Ich dachte immer, dass es mein Traum sei eine grosse und exklusive Hochzeit zu feiern oder dass es unbedingt notwendig ist in einer riesigen Attikawohnung zu leben. Mittlerweile fühl ich mich in behaglicher Zweisamkeit so viel wohler und sicherer, dass alles andere Nebensache geworden ist. Es muss nichts kompensiert werden, weil alles vorhanden ist. Wenn ich abends nachhause komme freue ich mich jedes Mal, weil ich weiss, dass alles was ich brauche dort auf mich wartet. Wenn ich überteuerten Schmuck sehe, schaue ich meinen Ring an und lächel, weil kein Geld der Welt die Bedeutung des Ringes aufwiegen kann. Wenn ich wunderschöne und pompöse Hochzeiten sehe, freue ich mich insgeheim auf eine kleine, bescheidene familiäre Hochzeit – dieses Mass an Intimität und Vertrautheit kann mir selbst die luxuriöseste Hochzeit niemals geben.


Liebe ist Luxus, wenn man sie mit dem Herzen betrachtet. Wer das nicht sieht, schaut nicht richtig hin.

Dienstag, 7. Juli 2015

#14 Rotchäppli in Love - Zirkus Halli-was?!





Irgendwie kommt mir das Dating Leben im Generellen wie ein Zirkus vor, du gehst hin, kaufst Karten und vielleicht noch etwas Popkorn dazu und setzt dich hin um dir eine einstündige Vorstellung anzusehen und weisst eigentlich schon mehr oder weniger wie der Spass ablaufen wird.

Geschminkte Clowns die irgendeinen Nonsens zeigen, Tiger und Löwen die durch Feuerringe springen und ganz und garnicht dort sind, wo sie eigentlich hingehören und dann haben wir natürlich noch den Zirkusdirektor, der uns in seinem kleinen stickigen Zelt willkommen heisst.

Ich hab den Zirkus an und für sich nie wirklich gemocht – und das heutige Datingleben vieler Frauen erinnert mich ziemlich sehr daran. Eingenommen von irgendeinem vielversprechenden Plakat oder bequatscht von einem dahergelaufenen Messerschlucker, viele von uns denken „lassen wir es doch mal drauf ankommen und schauen uns die Show an“. Jetzt läuft mir noch diese doofe Zirkusmusik nach, na danke.
Die Manege wird eröffnet, Musik ertönt und das Programm wird runtergerattert – doch was ist danach? Danach zieht sich der Clown vielleicht eine andere Maske über, um seine Nachtschicht als Michael Myers oder Freddie Krüger anzufangen – wer weiss! Alles nur eine Fassade – immer wieder das gleiche Schauspiel – und dennoch sind viele von uns wahnsinnig fasziniert von den interessanten Kostümen und lustigen Reden.

Viele von uns Frauen haben zich Monate oder sogar Jahre an Clowns verschwendet und landen je nachdem immer wieder bei solchen Pappnasen. Wer ist nun Schuld? Jaja, nicht alle auf einmal meine lieben Damen – die gewetzten Messer bitte noch für einen Moment wegpacken – danke. Ich behaupte mal, dass wir nur so weit ausgenutzt, verletzt oder an der Nase herumgeführt werden können, wie wir selber es unserem Gegenüber erlauben. Wie habt ihr reagiert, als euch ein Kerl vielleicht das erste Mal schlecht behandelt/verletzt hat? Jaja hässig werden wir alle innerlich, aber wer von euch hat wirklich den Mund aufgemacht und veräussert, wie ihr euch fühlt und dass sein Verhalten euch verletzt? Wie viele von euch haben tatsächliche Lösungswege aufgezeigt, anstatt nur dazuhocken, zu schmollen und zu warten, dass sich der Idiot entschuldigt? Wie viele von euch haben konsequent gehandelt und die Notbremse gezogen eventuell?!

Wenn wir mal ganz ehrlich mit uns selber sind, abgesehen davon, was wir unseren Freundinnen erzählen nach dem Motto „wir haben huerä gestürmt bla bla ich hab es ihm zich Mal gesagt“, wie ehrlich sind wir mit unseren eigenen Gefühlen gegenüber dem Partner? Ich kenne dutzende Beispiele in denen die Frau bei ihrem Freund bleibt, scheinbar unglücklich und frustriert – nach aussen zeigen sie gerne Stärke, jammern und fluchen dann aber im nächsten Moment. Macht nicht wirklich Sinn was? Aber so ticken nun mal viele – jeder sucht sich sein Unglück selber aus. In vielen Fällen von häuslicher Gewalt bleibt die Frau sogar bei ihrem Partner, weil Frauen diese lästige Eigenschaft haben so sehr zu hoffen, dass ihr Freund der mittlerweile zum Arsch mutiert ist, wieder so wird wie er am Anfang war.

Der Kerl hat sich nicht verändert – er zeigt einfach nur sein wahres Gesicht! 

Ich kenne aber auch Fälle, in denen der Kerl von Anfang an ein Mistkerl war, aber die Frau einfach nur zu blind war es zu sehen und erst später, wenn auch bei ihr langsam mal 12 Uhr schlug, sah sie mit wem sie wirklich zusammen war.

Mehr Frauen würden endlich ein glückliches Liebesleben führen, wenn sie aufhören würden Karten für Zirkusvorführungen zu kaufen! Ich persönlich möchte meinen Partner nicht ändern – klar jeder kann Kompromisse eingehen was zum Beispiel den Haushalt betrifft etc, aber charakterlich gesehen will ich meinen Partner nicht ändern müssen. Sonst ist er so oder so der falsche von Anfang an. Das ist ein Punkt, der so oft übersehen wird – weil hey er sieht ja so gut aus, ist lustig, fährt dieses und jenes Auto oder hat ja so einen geilen Body – gähn… hallo!!! Aufwachen!! Wenn wir alle blind wären und einander nur auf Grund unseres Charakters kennenlernen würden – puuuh!! Da behaupte ich würden 50% der Beziehungen garnicht zu stande kommen. Wir alle haben Entscheidungen getroffen die mal mehr oder weniger schlecht waren, aber wir werden immer wieder ins Klo greifen, wenn wir daraus nicht lernen und vorallem uns selbst nicht genug lieben um zu sagen „ich verdiene jemanden wie mich selber“ – vielleicht würden dann ein paar Leute mal aufwachen.

Ich habe dutzenden Frauen zugehört, vorallem als mein englischer Blog damals bekannter wurde, es ist immer wieder das gleiche Schema – er ist der böse. Da sage ich ja ok, aber du bist die blöde. Passt doch?! Wie wärs, wenn wir zuhause damit anfangen? Wie wärs, wenn wir die Initiative ergreifen und uns von Dingen und Menschen lösen, die uns nicht gut tun und mit denen wir niemals Hand in Hand nach Rom laufen werden? Wie wärs, wenn wir einmal im Leben uns für uns selber entscheiden, anstatt nur zu jammern?


Es sind zwei paar Schuhe an einer Beziehung zu arbeiten mit jemandem mit dem man auf gleicher emotionaler/mentaler Augenhöhe ist – es ist aber etwas komplett anderes, ob man verzweifelt versucht aus einem Hofnarr einen König zu machen. Die Vorstellung ist so romantisch, dass Prince Charming daher kommt und uns den Atem raubt – das funktioniert nicht im echten Leben. Eine gesunde, glückliche Beziehung fällt einem nicht einfach so in den Schoss. Wie wollen wir den passenden Partner fürs Leben finden, wenn wir nicht mal selber genau wissen, was wir wollen?

Bei mir ist es zum Beispiel so, dass es für mich mittlerweile unerlässlich ist, dass der Mann an meiner Seite ein gesundes und ausgeprägtes Ego hat, weil er sonst unter meinem untergehen wird! Und ich schäme mich auch nicht dafür das zu sagen, weil so bin ich einfach – ich stecke ein, teile aber auch aus und wenn mein Partner dann nicht lachen kann oder direkt eingeschnappt ist, dann ist er fehl am Platz neben mir. Genauso wie es für mich unabdingbar ist, dass er wissen muss ob er eine Familie gründen möchte oder nicht. Ein „ich weiss noch nicht oder ne vielleicht mal mit 35“ ist für mich das direkte Oneway Ticket zurück auf den Singlemarkt. Kurzer Prozess, weil meine Zeit ist viel zu kostbar, als dass ich sie für jemanden verschwende, der nicht meine Kragenweite ist – wie gesagt, das Dating ist wie eine Art Schuhkauf mit 14-Tage-Rückgaberecht.

Wenn ihr nun aber mit diesem Kerl zusammen gekommen seid, dann bitte – lebt mit eurem eigenen Glück resp Unglück und spielt nicht das Opfer, sondern tut etwas!!! Euch selbst zu Liebe, weil das ist etwas was euch immer wichtig sein sollte – ihr selber. Konsequenz, Selbstliebe, Respekt und Eigeninitiative, versucht das mal und das Leben sieht schon ganz anders aus.

Montag, 6. Juli 2015

#13 Rotchäppli in Love - die weite See



Das Leben ist wie der offene Ozean - unberechenbar und doch voller unentdeckter Wunder.

Von der Küste aus sieht man weit in die Ferne und erfreut sich an dem Horizont, wenn der Sonnenuntergang ihn in ein tiefes orange taucht. Aber so lange man an der Küste bleibt, wird man immer wieder den gleichen Horizont sehen, immer aus der gleichen Perspektive - man wird nie die Gischt auf der Haut spüren und man wird nie wissen was einen in der weiten Ferne erwartet.

Jeder von uns sass mal mit jemandem in einem Ruderboot - rudert man nur einseitig, dann wird man sich immer nur im Kreis bewegen. Lieber spring ich von Bord als mit jemandem in einem Boot zu sitzen, der nicht den Mut und nicht die Leidenschaft aufbringt, mit mir zusammen das Leben mit all seinen Facetten zu entdecken. Meine Liebe ist wie das Meer, aufbrausend wie die Gischt am Bug, mitreissend wie die Strömung und tiefer als jeder Meeresgraben. Ich brauche keinen Matrosen bei mir an Deck, ich brauche einen Navigator. Ein Mann der mit mir zusammen die Ziele steckt und sie mit Gewissheit und Zuversicht ansteuert ohne sich von hohen Wellen oder Stürmen vom Kurs bringen zu lassen. Ob das Meer nun die Ruhe selbst ist oder ob ein Sturm droht die Masten niederzureissen - der richtige Navigator wird wissen, wann die Segel zu setzen sind und wann sie wieder einzuholen sind um heil durch alle Lagen zu kommen.

Es wird Zeiten geben, wo der direkte Kurs nicht der beste sein wird - es wird Zeiten geben, wo Bemühungen und Geduld gefragt sind um durch heikle Gewässer zu navigieren und es wird Zeiten geben, wo der direkte Kurs der beste ist. Es wird aber genauso Zeiten der Ruhe und der Gelassenheit geben, Zeiten in denen man den ruhigen Seegang und den herrlichen Duft des Meeres geniesst. Ein gutes Team setzt seine Kurse neu, wenn es mal nicht weitergeht oder wartet geduldig auf ruhigere Gezeiten. Wie soll ein Team zusammenwachsen und neue Horizonte entdecken, wenn sie ihren Anker sicher in der Nähe der Küste auswerfen? Ein eingespieltes Team setzt die Segel auch wenn der Wellengang ungewiss ist, sonst würde ich sagen ich brauche einen Küstenschwimmer mit Schwimmflügelchen. Es sind die Chancen die da draussen auf uns warten, die Chancen auf ein neues Leben - und wenn wir sie nicht ergreifen, dann werden wir immer nur vor der Küste herumtümpeln und uns immer fragen "wie weit reicht der Horizont?"

Leg mit mir ab, lass uns die Segel setzen - auf uns wartet ein völlig neues Leben. Ein freies Leben voller Chancen, Überraschungen und Wundern - wieso ich das weiss? Weil ich dich als meinen Navigator an meiner Seite habe und mit dir bis ans Ende der Welt segeln werde.

ich liebe dich